Nach dem Nein zur Erhöhung: Basler Regierung will Ostschweizer Modell prüfen


Liebe Theaterfreunde in Stadt und Land

Die Hoffnung, dass dem Theater aus dem Baselbiet doch noch zusätzliche 700'000 Franken für die nächste Spielzeit zukommen, hat sich zerschlagen: Zwar hat der Landrat im vergangenen Dezember dem Budgetpostulat unserers Vorstandsmitglieds Jürg Degen überraschend zugestimmt, doch benötigte die Sache eine separate Vorlage. Inzwischen kamen die unerwartet schlechten Rechnungszahlen des Kantons Baselland zum Vorschein, was die Chancen für diese Erhöhung leider zusätzlich erschwerte.Tatsächlich: Der Landrat lehnte die Vorlage im Mai bei Stimmengleichheit (40:40) mit Stichentscheid der Ratspräsidentin Myrta Stohler (SVP) ab. Das Ergebnis kam so heraus, weil einige Befürworter der Vorlage zwar im Regierungsgebäude anwesen waren, aber an diese Abstimmung nicht teilnahmen......

Damit ist jegliche Erhöhung der Theatersubventionen aus dem Baselbiet bis auf weiteres vom Tisch. Der neue Intendant Andreas Beck wird mit den unveränderten Mitteln auszukommen haben.


Wie geht es nun weiter?

Die Basler Regierung hat im Juni ein weiteres Mal einen aus dem Jahre 2006 stammenden parlamentarischen Vorstoss von Hanspeter Gass, seit kurzem Vorstandsmitglied von UNSER THEATER, beantwortet. Thema: die ungenügende Abgeltung von Zentrumleistungen im Bereich Kultur. Darin beziffert die Regierung die ungenügende Abgeltung wie folgt:

"Damit ergibt sich gesamthaft eine grobe Schätzung von rund 22 Mio. Franken, welche der Kanton Basel-Stadt infolge nicht-geleisteter Zentrumsleistungen jährlich entgehen. Zieht man den Standortvorteil von 20% ab, kommt man auf eine Dimension von 17'600'000 Franken."

Die Regierung will nun den Versuch unternehmen, die interkantonale Zusammenarbeit im Kulturbereich auf eine systematische und faktenbasierte Grundlage zu stellen. Denn über den Anteil der Besucher und Besucherinnen aus dem Baselbiet bestehen bisher lediglich Schätzungen. Als ersten Schritt hat die Exekutive eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die zeigen soll, ob und wie das sog. Ostschweizer Modell übernommen werden könnte. Vor einigen Jahren haben die beiden Appenzell, St. Gallen und Thurgau eine Vereinbarung unterzeichnet, die zu Abgeltungszahlungen im Bereich der Kultureinrichtungen von überregionaler Bedeutung verpflichtet.

Die Regierung hält fest, dass sich die Frage der ungenügenden Abgeltung der Kultur-Zentrumsleistungen "mit ungebrochener Aktivität" stellt und will deshalb den Vorstoss Gass weiterhin stehen lassen.

UNSER THEATER wird seinerseits alles daran setzen, zu einer sinnvollen regionalen Lösung ab 2019 beizutragen. Eine Lobby, die die Anliegen des Theaters unterstützt und die befürwortenden Kräfte bündelt, ist nötiger denn je. Unterstützen Sie uns, werden Sie Mitglied.
Wir danken Ihnen.

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Unter Aktuelles finden Sie:
- Schreiben des Regierungsrates zum Anzug Gass
- Ratschlag der Regierung zur Theaterfinanzierung ab 2015/16